Autor Thema: Tr  (Gelesen 2518 mal)

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Offline patlan

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Tr
« am: 23. Sep 09, 08:59:36 »
Mich würde es interessieren, welche Erfahrungen Ihr speziell in diesem Jahr mit der Bedeckung oder Trächtigkeit gemacht habt.
Im Moment habe ich ja die Reitbeteiligung an einem Friesen, schaue aber immer wieder nach einer Shire Horse Stute. Gestern war ich auf dem Prickingshof in Haltern und habe mir dort ein Stutfohlen angeschaut. Wir kamen ins Gespräch über die Zucht, Hengste, Bedeckungen unsw.. Der Herr, der zuständig ist für die Betreuung und somit auch für die Zucht, erzählte mir, das es in diesem Jahr sehr schwer war die Stuten tragend zu bekommen.
Alle drei Stuten waren dann tragend. Gestern morgen habe der Tierarzt noch einmal nach 7 Wochen ein Ultraschall gemacht und alle 3 Stuten haben resorbiert.
Im gleichen Stall stehen noch zwei Friesenstuten und eine Kaltblutstute. Diese Stuten wurden auch gedeckt und sind nach wie vor tragend.
Dieser Fall ist kein Einzelfall. Ich habe es in letzter Zeit aus verschiedenen Ecken (Foren, Stammtische, Zuchtschauen etc.) immer wieder gehört. Entweder wurden die Stuten gar nicht tragend oder haben resorbiert! Ist es bei den Shirestuten generell schwieriger sie tragend zu bekommen? Resorbieren sie öfter als andere Pferderassen? Wer von Euch hat in diesem Jahr seine Stuten decken lassen und wie war die Erfahrung?
Über viele Antworten würde ich mich sehr freuen!   

Offline Inserine

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Re: Tr
« Antwort #1 am: 23. Sep 09, 10:08:26 »
Es gibt bei Shire Horses keine mir bekanten Besonderheiten, aber leider viele selbsternanne "Züchter", die nicht einmal das Geld für Tupferproben zu  haben scheinen oder fette Showstuten versuchen tragend zu bekommen. Das geht dann tatsächlich sehr oft schief. Die Hengste sind ebenfalls so gut wie nie auf Gesundheit und Spermienbeweglichkeit geprüft. In England ist das so fast Standard und hier auch nicht die Ausnahme. Ein hof arbeitet sogar mit Frischspermaversand und läßt gleichzeitig an der Hand decken, das ist dann sogar eine Ordnungswidrigkeit, aber die Leute sind auch absolut keine Züchter, auch wenn sie sich selbst als die Shireinstitution verstehen.  :P
Gru

Offline patlan

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Re: Tr
« Antwort #2 am: 23. Sep 09, 13:53:01 »
Heisst das, das Stuten die wie Kaltblüter aussehen, schlechter tragend werden? Die Stuten vom Prickingshof sehen ganz normal aus, nicht zu dünn und nicht zu dick. Die Hengststation von der die Stuten tragend waren, kenne ich persönlich sehr gut. Auf der Deckstation des Landgestütes müssen die Hengste (auch die drei Shirehengste) alle sechs Wochen getupfert werden und es wird ihr Blut getestet. Das Sperma wird eh jedes Mal kontrolliert. Es wird vom Landgestüt und den Hengsthaltern ein Riesenaufwand betrieben und da kann ich mir nicht vorstellen, das die Stuten keine Tupfrprobe vorweisen müssen!
Wer hat denn seinen Hengst im Frischspermaversand und deckt im Natursprung? (gerne auch per PM)

Wieviele Stuten sind denn bei Euch tragend?

Offline Inserine

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Re: Tr
« Antwort #3 am: 24. Sep 09, 09:49:00 »
Ich schrieb nichts von Stuten die wie Kaltblüter aussehen, das tun die meisten Shires, denke ich jedenfalls. Fette Stuten rossen kaum und nehmen schwer bis garnicht auf; Bei gestressten Pferden gibt es auch regelmäßig Probleme mit Rosse und Abort. Es gibt noch vielerlei Faktoren mehr.

Gru

Offline Dudelhoferin

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Re: Tr
« Antwort #4 am: 24. Sep 09, 13:25:44 »

wir haben 4 gekörte und im Deckeinsatz stehende Hengste.
Alle werden im Januar-Februar getupfert.
Wir decken an der Hand. Natursprung.

Von den Gaststuten verlangen wir vor dem Decksprung selbstverständliche eine aktuelle Tupferprobe.

Aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann einem was eingeschleift werden.
Wir hatten letztes Jahr Beta-streptokokken und Bakterien entdeckt, die durch eine Gasttute kamen.
Bei der Tupferprobe zu Jahresbeginn war mein Bestand sauber.
Da meine Stute nicht aufgenommen hatte, was für sie untypisch ist, und eine der beiden Gaststuten ( die Erstbedeckte)  von diesem Hengst tragend war, die andere auch nicht, kam es mir komisch vor.
Wir haben nach Ultraschall erneut getupfert, Ergebnis: Bakterien und Beta-Streptokokken.
So haben wir fast 6 Monate lang Hengst und Stute behandelt. Erst die Bakterien, dann die Beta-Streptokokken
Dieses Jahr waren beide sauber.
Kostenfaktor am Ende: 1400 Euro der Hengst
Stute: ca 1100 Euro, und kein Fohlen
Beim Hengst kein Problem, aber der Stute bekamen die Bakterien und die Behandlungen  nicht, die Gebärmutter wurde so sehr durch die Behandlungen beschädigt, daß es fraglich ist, ob sie jemals wieder aufnehmen kann.
Sehr traurig für eine gute Zuchtstute.

Das Erfreuliche:
Wir haben dieses Jahr zwei tragende Stuten  ;)
Meine Jungstute hat ihre Rosse leider nicht gezeigt, nur mit Ultraschall hat man den Follikel kontrollieren können.
ich dachte, dann hat es wohl noch Zeit bis nächstes Jahr.
Eine meiner Mädels hat beim Deckversuch trotz üppiger Rosserei übel ausgeschlagen, so daß ich von weiteren Deckversuchen abgesehen habe.
Aus Sicherheitsgründen. Mir flogen die Hufe entgegen....
werde die Stute gründlich untersuchen lassen, warum.
Das hat sie dieses Jahr zum ersten Mal gemacht.
Wenn alles mit ihr ok ist, nehmen wir einen anderen unserer Jungs, vielleicht lag es daran.

es wird wohl, wenn alles gut geht, nächstes Jahr ein Shire- und ein Clydifohlen auf dem Dudelhof geben.




Offline Hans

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Re: Tr
« Antwort #5 am: 24. Sep 09, 14:52:08 »
Entweder wurden die Stuten gar nicht tragend oder haben resorbiert! Ist es bei den Shirestuten generell schwieriger sie tragend zu bekommen? Resorbieren sie öfter als andere Pferderassen? Wer von Euch hat in diesem Jahr seine Stuten decken lassen und wie war die Erfahrung?
Über viele Antworten würde ich mich sehr freuen!   

Hallo,

ich habe mich auch mit dem Thema beschäftigt und hier oben bei uns ist der Fall nicht bei den Shires sondern bei einigen Holsteiner Züchtern.
Das Problem was erkennbar wurde ist, dass bei fast allen resorbtionen keine Herpesimpfung des Bestandes vorlag.
Andere Züchter die den Deal eingehen und die paar Euros mehr ausgeben für die Herpesimpfung haben alle gesunde Fohlen 2009 und tragende Stuten für 2010.

Wir haben die Herpesimpfung in unserer Stallgmeinschaft auch zur Pflicht gemacht!
Aber wie es schon geschrieben wurde...es gibt noch viele andere Faktoren die eine Rolle spielen.



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Offline patlan

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Re: Tr
« Antwort #6 am: 24. Sep 09, 19:25:56 »
@dudelhoferin
Da gab es ja nur einen, für den die Aktion erfreulichwar, den Tierarzt! Das sind ja emenz hohe Kosten. Wirklich schade wäre es, wenn die Stute keine Fohlen mehr bekommen könnte. :'(

@Hans
Ist die Herpesimpfung ei

Offline Piratenboss

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Re: Tr
« Antwort #7 am: 24. Sep 09, 19:40:12 »
@patlan:
Die Herpesimpfung gibt es auch einzeln von einem anderen Hersteller (soll besser verträglich sein)  und sollte, laut Empfehlung, halbjährlich geimpft werden. Bei tragenden Stuten zusätzlich im 5., 7., und 9. Monat wenn mich mein Hirn
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Offline Inserine

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Re: Tr
« Antwort #8 am: 25. Sep 09, 08:04:24 »
Bei uns sind 2 Clydesdalestuten tragend und wir hoffen auf gesunde Landyfohlen für 2010.  :D

Unsere Pferde sind nicht gegen Herpes geimpft und es gab trotzdem nie Probleme. Wir haben uns vor ein paar Jahren mal sehr genau über den sog. Herpesabort informiert und für mich ist das bis auf ein paar indizierende Fälle Geldmacherei genau wie die Influenzaimpfung. Bei der reichen sich FN und Pharmaindustrie auch nur die Hand zum Geldverdienen (FN wohl in Form großzügiger Unterstützung) ohne dass sie nennenswerten Schutz zu bieten vermag. Was bei Tieren klappt klappt beim Menschen noch besser, siehe aktuell die von der Pharmaind. bei der WHO durchgesetzte maßlose Herabsetzung der Pandemiewarnschwelle und die lukrative, wenn auch völlig harmlose "Schweinegrippe" und die Mrd. die jetzt weltweit für die unnötigen Impfungen ausgegeben und verdient werden.
Tetanus als lebenswichtige Impfung, wird für Menschen alle 10 Jahre, beim Pferd alle 2 Jahre wiederholt, und das bei identischen Impfstoffen.... Ist wohl alles eine Glaubensfrage.  ;)
Gru

Offline patlan

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Re: Tr
« Antwort #9 am: 25. Sep 09, 09:09:53 »
Leider habe ich mich bislang noch nicht so intensiv mit Impfstoffen beschäftigt, aber Deine Ausführungen hören sich gut an!

Offline Mary

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Re: Tr
« Antwort #10 am: 26. Sep 09, 10:00:04 »
Ich kann jetzt nur von der Stute (Shire) meiner Freundin berichten. Nicht tragend und es wurde alles versucht. Tupferprobe war in Ordnung, Hengst ist in Ordnung, beide Pferde gegen alles geimpft, Hormonbehandlung bei der Stute, jeweilige Rossebestimmung durch US, bestimmte Tage (zweiter und vierter Tag), alle Tage durchweg gedeckt und gebracht hat es nichts. Dieses Jahr war nicht gut. Es wird erneut im nächsten Jahr versucht und dann mal schauen.


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Re: Tr
« Antwort #11 am: 26. Sep 09, 10:47:01 »
Hormonbehandlungen scheinen oft für die Katz zu sein, das haben mir zumindest verscheidene TÄ und Züchter so bereichtet. Wir haben das einmal bei einer Stute gemacht und da war´s auch nix. Es scheint besser zu sein Stuten die schwer rossen, mit natürlichen Mitteln, derer es leider nur wenige gibt, zum Rossen zu bewegen. Unsere Erfahrung ist, dass manche Stuten derart still rossen, dass man es nicht merkt, wenn man nicht grade zufällig untersucht. Dafür fällt aber auch das Rumgepisse aus, was auch nicht das Schlechteste ist. ;) Wir haben so eine Kandidatin, die dafür aber super aufnimmt und bisher keine Probleme mit ihren Fohlen hatte - "auf Holz klopf".
Gru

Offline Piratenboss

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Re: Tr
« Antwort #12 am: 27. Sep 09, 18:46:54 »
Mal eine andere Sache, könnte es nicht auch am immer enger werdenden Genpool liegen?
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Offline Hans

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Re: Tr
« Antwort #13 am: 28. Sep 09, 09:54:41 »
Nunja...

ich halte Influenza und Herpesimpfungen bei einem Stall wo gezüchtet wird oder viel Fremdpferdeverkehr ist für notwendig.
Nen Freund von Mir ist Tierarzt und er würde mir sicherlich nicht Mittel empfehlen um mir Geld abzuknöpfen.
Es geht dabei einfach um Schadensminimierung nicht mehr und nicht weniger..

Heutzutage findet man immer mehr Ställe wo die Herpesimpfung zur Pflicht geworden ist.
Auch die Influenzaimpfung wird ja , wenn man Turniere geht vorgeschrieben.
Ob es Geldmacherei ist oder nicht sei erstmal dahingestellt...

Ich überlege Mir dabei immer man bezahlt Deckgeld (Summe X) = Stute ist tragend.
Impfungen kosten ca 50-70 € und wenn diese Imfpung schon mit dazu beiträgt, dass man das Fohlen nicht verliert sehe ich das Geld als eine gute Investition an.
Klar fängt man an zu weinen, wenn man viele Pferde hat da ja der ganze Bestand geimpft werden muss geht mir genauso...aber das gehört eben dazu  :D
Sicherlich gibt es noch viele andere Ursachen... die eine Schwangerschaft verhindern  usw.

Herpesviren im Überblick

Auch wenn die Grenzen fließend sind, wichtig sind vor allem vier Subtypen equiner Herpesviren:

EHV 1: Spätaborte, lebensschwache Fohlen, vor allem bei Stuten nach der Geburt Befall des zentralen
              Nervensystems, Atemwegserkrankungen
   :o

EHV 2: möglicherweise Entzündungen der Hornhaut im Auge

EHV 3: Deckinfektion (Koitalexanthem), Hauptsymptom Bläschenausschlag

EHV 4: Erkrankungen des Nervensystems, vor allem bei Fohlen Atemwegserkrankungen (Rhinopneumonitis),
              seltener Spätaborte, erhöhte Sterblichkeit bei der Geburt
  :o

EHV 5 – 8: Bedeutung als Krankheitserreger weitgehend unbekannt



Mir reichen schon die beiden Ausführungen mit dem Fohlen , dass ich Impfe !
Wie gesagt jeder entscheidet es selbst für sich ... bzw ist wie schon gesagt ne Glaubensfrage ;)
« Letzte Änderung: 28. Sep 09, 10:14:41 von Hans »
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie dann ihren Standpunkt.

Offline Hans

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Re: Tr
« Antwort #14 am: 28. Sep 09, 10:16:40 »
Mal eine andere Sache, könnte es nicht auch am immer enger werdenden Genpool liegen?

Nunja... ich weiß , dass es nicht an der Rasse Shire Horse liegt.
Es gibt durch die Bank weg mal Probleme... hier oben wird viel Holsteiner gezüchtet und für die war dieses Jahr auch nicht Super!
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