Autor Thema: nachts nass geschwitzt  (Gelesen 2637 mal)

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Offline Anja

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nachts nass geschwitzt
« am: 11. Feb 08, 10:45:57 »
Hallo Ihr,
ich habe mal eine Frage.
Mein Shire ist ganz oft nass geschwitzt, so auf beiden Seiten am unteren Bauch, nass und Perlen auf dem Haar und ab und zu auch am Hals und an der Brust.
Ich muss dazu sagen er ist kein Pferd das tobt oder läuft, er schwitzt nicht vom spielen oder so, ist auch anderes nass, mehr so Perlen am Haarkleid und dann erst unterwärts zur Haut und die Herzfrequenz und alles sind immer ganz normal, der Tierarzt war am Anfang jede Nacht da, weil ich immer auf Kolik getippt habe, aber da war immer alles normal, Magen, Darm, Blinddarm, Herzfrequenz, ......, er flemt oder leg sich auch nicht hin oder oder er ist einfach nur nass.
Es hat jetzt auch nichts mit dem Wetter zu tun, weil er es schon hatte alles es noch viel kälter war und sonst hätte er es auch am Tag und nicht nachts.
Das Blut wurde untersucht, Wurmkur wurde gegeben und Kotgetestet, ich habe Ihn komplett Durchchecken lassen (auch die Zähne), es kam nichts raus.
Ich muss sagen, er macht auch kein kranken Eindruck.
Tagsüber ist auch alles weg, es kommt abends und morgens ist es weg, manchmal am Tag ist er etwas am Bauch nass.
Eigentlich steht er im Offenstall, jetzt habe ich Ihn nachts im Stall eingesperrt und tagsüber wieder raus, allein eingesperrt oder mit seinem Kumpel, wieder bei allen draußen gelassen, immer das selber Bild, ich verstehe das nicht.
Er frisst wie immer, freut sich wenn ich komme wie immer, er ist einfach nur nass geschwitzt, es ist auch mal eine oder zwei Nächte nichts und dann wieder.

Hat einer von Euch vielleicht auch schon mal sowas gehabt?

Goli ist 13 Jahre, vielleicht aber auch etwas älter, dass weiß man nicht so genau.


Liebe Grüße
Anja

Offline falballa

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #1 am: 11. Feb 08, 11:48:03 »
Hallo Anja.

Unsere 18 jährige stute hatte das auch. da waren wir aber noch (bis nov. 2007) in einem anderen stall.
die pferde waren den ganzen tag draussen und sind zur nacht in ihre boxen gekommen.
da wir immer selber heu für die nacht nachgefütter haben, sind wir hin und wieder so um 20.00-21.00 uhr im stall gewesen und da haben wir auch häufig beobachtet das sheila richtige schweißperlen auf dem fell hatte. dazu kommt das sie das dichteste winterfell von allen....naja ausser unserem shetty hat!
nun sind wir in einem anderen stall und da sind auch die riesigen paddock-boxen sehr durchlüftet (für mich persönlich im winter grotten-kalt) aber den pferden bekommts gut und sheila hat diese schwitzproblem nicht mehr!!

hat dei pferd es denn auch im sommer oder nur im winter?
was fütterst du?

tati
Liebe Gr

Offline foierzoix

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #2 am: 11. Feb 08, 13:08:41 »
Hi,

Meiner war auch im November Morgens ständig Nass. Das an sich war ja noch nicht schlimm... aber bei diesem Nass-Kalten Wetter ist er nie wirklich trocken geworden. Ich hab dann in den sauren Apfel gebissen, und ihn dann etwas gestutzt (Schermaschine mit Aufsatz). Von da an gab es das Problem nicht mehr.

Offline Anja

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #3 am: 11. Feb 08, 13:57:02 »
Immer Sommer hatte er es noch nie, jedenfalls nicht nur nachts.
Von der Hitze schwitzt er schon im Sommer.
Er hat es erst seit so drei Monate, vorher ist mir das noch nie aufgefallen und ich bin immer lange an der Weide oder fahre später nochmal hin.
Da er ja im Offenstall steht und ich die Variante Stall nur ausprobiert habe, hat er immer genug Luft  :) , ich habe auch mit Decke und ohne ausprobiert, alles kein Unterschied.
Zu warm kann Ihm doch nicht sein, sonst hätte er es doch tagsüber auch oder, nachts ist es doch viel kälter.
Scheren hat der Tierarzt auch gesagt, nur am Bauch, aber es leuchtet mir nicht ein, weil es ja hauptsächlich nachts ist.

Futter Heu satt und mittags und abends Möhren/Äpfel und Muscel Protect II von der Scharnenbecker Mühle, das bekommt er aber schon Jahre lang und mein anderer bekommt die gleiche Portion und hat nichts, der schwitzt nur am Tag vom toben oder mist bauen  ;D. Er ist auch nicht zu fett und frisst Heu nur, wenn er Hunger hat, das Heu hat auch eine gute Qualität.

Danke

Offline Kerstin Retemeier

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #4 am: 11. Feb 08, 20:11:13 »
Hey Anja,
halt mich bitte nicht für blöd, aber wenn ein Patient in der Anamnese mir genau diese Symptome angeben würde (ich also nicht wissen würde, das es sich um ein Pferd handelt), würde ich zuerst auf eine Störung in der vegetativen Ebene tippen. Beim Menschen passt zu diesem Bereich sehr gut auch ein Leberproblem. Wie sich das beim Pferd verhält habe ich keine Ahnung, da ich nicht weiß ob man die segmentale Innervation von Mensch und Pferd gleich setzen kann. Hierzu würde ich Dir raten eine Pferdephysiotherapeutin aufzusuchen, die sich nebenbei sehr gut in Neuroanatomie auskennt.
Das nächliche Schwitzen beim Menschen gerade im Bauch/Schulter-Nacken Bereich ist übrigens gar nicht so selten und läßt sich leicht behandeln.
Hoffe dieses kann auf Pferde übertragen werden.

LG Kerstin
Life is not complete without a horse with featherd feat!

Offline Sabine

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #5 am: 12. Feb 08, 22:15:06 »
Kenne das Schwitzen nur von Menschen. Meine Mutter war eine Weile lang nach ihrem Schlaganfall jeden Morgen nassgeschwitzt ... Wir haben Tabletten mit viel Salbei dafür bekommen. Irgenwann ging das Schwitzen dann weg und wir konnten die Tabletten weglassen. Denke bei ihr hing das irgendwie wohl mit den Nerven (oder vegetatives Nervensystem ...) zusammen ...

Vielleicht wäre es eine "Hilfe" mal versuchen das mit Salbei irgendwie in den Griff zu bekommen. Ich würde aber auf jeden Fall weiter "Ursachen-Forschung" betreiben um nicht ein Zeichen für ein "Problem" einfach durch Symtombehandlung zu verwischen ...

Hoffe, ihr findet heraus an was es liegt ...

LG
Sabine

Offline Anja

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #6 am: 13. Feb 08, 08:55:21 »
Hallo,
Danke für Eure Antworten.
An ein Leberproblem hat der Tierarzt auch gleich gedacht, es wurde genau Untersucht und die Leber ist in Ordnung.
Ich werde weiter suchen und werde mal eine Pferdephysiotherapeutin anrufen, besser einen Termin machen.

Salbei werde ich ausprobieren, schaden kann es ja nicht, vielleicht hilft es ja.

Danke
Liebe Grüße
Anja

Offline clooney

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #7 am: 14. Feb 08, 15:37:56 »
Hallo Anja,
Racoon hatte ganz ähnliche Probleme im letzten Frühjahr. Überwiegend schwitzte er an der Hinterhand. Es handelte sich wohl um eine Störung im Nierenbereich. So eine Art Infekt, der sich dort festgesetzt hatte. Hab leider vergessen wie das in der TCM genau hieß.
Er wurde von  Dr. med. vet. Susanne Hauswirth einmalig akkupunktiert. Anschließend trat das abendliche Schwitzen noch zwei Tage lang auf und danach zum Glück nie wieder.
Auch ich habe mir besonders Sorgen wegen der kalten Nächte gemacht und ebenfalls erst den allgemeinen Tierarzt wegen Kolikverdacht gerufen. Es begann immer so um 20.00 Uhr rum. Zu diesem Zeitpunkt sollen die Nieren besonders aktiv sein.
Racoon stand dampfend im Offenstall/Paddock, wirkte etwas abgeschlagen, aber sonst eigentlich ganz normal.
Ach so, er war zu der Zeit 2 3/4 Jahre alt. Hoffe es hilft dir weiter.

Liebe Grüße und gute Besserung   Antje

BigBen

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #8 am: 16. Feb 08, 23:05:27 »
@ anja von wo kommst Du denn her ? auch aus dem Norddeutschen raum ? Ich frage nur wegen Dr. Hauswirth die hat meinen Ben auch schon genadelt und ich mache grad die Ausbildung zur Akupunktur bei Ihr...:-)
Aber zum Thema schwitzen ...0 grad ist für P

Offline Anja

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #9 am: 19. Feb 08, 13:40:36 »
Hallo,
ich komme aus der Nähe von Hannover (Peine), ist das weit weg von Dir?  ???
Ich werde noch mal eine Urin Probe Untersuchen lassen, ich versuche Morgenurin zu bekommen oder lieber abends wenn er schwitzt?

Die letzten zwei Tage hat er nicht geschwitzt, aber das hat er immer zwischen durch, dann mal wieder, dann mal wieder nicht.

Danke, für Eure Hilfe.

Liebe Grüße
Anja

Mini

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #10 am: 19. Feb 08, 17:12:04 »
mir ist auch in den letzten tagen aufgefallen, daß die pferde naß sind (hab den grayham eben aus der box geholt und seine "gurtenlage" war klitschnaß geschwitzt, obwohl er vorher geruht hat).
ich schiebe das auch aufs wetter: nachts biestig kalt mit minusgraden, tagsüber frühlingshaft.
die pferde haaren sich wie die sucht, aber eigentlich bräuchten sie das fell nachts wieder...

wie gehts denn goli jetzt?

Offline foierzoix

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #11 am: 19. Feb 08, 17:35:51 »
Man muss ja eigentlich auch mal darüber nachdenken, dass Shire Tinker, etc. eigentlich wie Ponys dickes Winterfell ansetzen. Nur das Problem ist, dass sie nicht wie z.b. viele Ponys Tag und Nacht auf der Weide stehen, sondern von uns fürsorglichen  :P Menschen abends rein geholt werden und dann in die schöne Wind und Wetter geschützte Box oder ähnliches gestellt werden. Das wäre, als wenn ich mich mit nem dicken Wollpulli ins Bett läge.. Auch ziemlich warm. Ich denke, dass das nicht allzu schlimm ist mit dem schwitzen. Nur aufs wieder trocknen sollte man achten.

Offline clooney

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #12 am: 19. Feb 08, 18:21:21 »
Hallo Big Ben,
habs grade erst gelesen, also falls du mich mit "Anja" meintest...
Äh, stimmt genau das hatte Susanne Hauswirth gesagt, mein Racoon hatte zuviel "Yin" ...und wir haben noch rumgewitzelt, dass weil seine Vorfahren ja aus England stammten und er wohl zuviel "Gin" intuss hätte.   ;)

Also ich und Racoon wohnen auf jedenfall in der Nähe von Soltau, also ziemlich die Mitte zwischen Hamburg und Hannover und Susanne hat hier ein Seminar gegeben, an dem meine Freundin teilgenommen hat und kam dann nocheinmal in ihrem Urlaub netterweise zur Nachbehandlung vorbei. Ansonsten wohnt diese schwer beeindruckende Frau ja leider viel zu weit entfernt.
Die Ausbildung bei ihr muss klasse sein. Wo wohnst du denn?

LG Antje


Offline Anja

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #13 am: 25. Feb 08, 09:14:44 »
Hallo,
Goliath geht es unverändert, mal ist er nass, mal eine Nacht nicht.
Da er ja immer draußen steht, brauch er ja auch nachts sein Pulli :-).

Leider hat er jetzt auch noch Haarlinge bekommen und hat sich die ganzen Beine aufgebissen und geschuppert, in was für eine schnelle sich ein Pferd verstümmeln (nee so schlimm auch nicht, aber für mich schon :-)  ) kann.
Er hat vom Tierarzt eine Spritze bekommen, in 14 Tagen bekommt noch eine. Dann habe ich Ihn gestern mit Sebacil gewaschen und jetzt hoffe ich das die Fiecher von meinen Goli abhauen.
Kennt von Euch noch einer ein Gutes Mittel, die Beine sehen schlimm aus, alle sagen ich soll den Behang abschneiden, aber die haben auch keine Ahnung von Shire, ich meine nicht abschneiden, obwohl viel Stellen blank sind.

@clonney, ich kömme aus der Nähe von Peine/Hannover.


Liebe Grüße
Anja

Offline sahnemuffin

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Re: nachts nass geschwitzt
« Antwort #14 am: 25. Feb 08, 09:54:39 »
Hi Anja,

bei Krabbeltieren im Behang schneidet man diesen NICHT ab. Ist bei einem Shirelein nie eine gute Idee. Auch nicht, wenn der Behang bei einem Hufverband stört zb. Mag sein, dass die Parasiten auch im Langhaar sitzen, aber Wunden verursachen sie an der Haut, und da nutzt abschneiden nix. Mit Sebacil bist Du schon gut beraten. Was Du sonst noch tun kanst, findest Du auch in den Beiträgen zu Milben:

Paraffinum Liquidum ist zumeist das Mittel der Wahl. Es zerstört den Chitinpanzer von Ektoparasiten. In vielen Produkten von Penaten ist es drin, auch in Nivea, glaube ich. Du bekommst es aber auch in der Apotheke in kleinen Mengen, über Lebensmittelverarbeitende Betriebe oder sogar über Tankstellen, dann halt in großen Mengen. BP hatte es mal in Tönnchen, "Millers Shire Oil" fällt mir dazu auch noch ein. Am besten fährt man mit Penaten finde ich. Da bekommst du es

flüssig (Babyöl, nützlich für Langhaar),
halbfest (Lotion, Stirn, auch Mähne)
als Creme (Wundschutzcreme, in Gelenknähe)

Netterweise immer gleich in größeren Mengen abgepackt, da geht schon mal eine Dose Creme bei 2 Behandlungen drauf. Der Dreck, der sich festsetzt, ist recht einfach auszubürsten und nach ein paar Tagen tu ich es noch mal drauf.

Kritisch zu beurteilen ist allerdings der Umstand, dass man sich mit häufigem Cremen trockenen Haut heranzieht. Auch steht Paraffinum Liquidum (=Weissöl, nicht zu verwechseln mit Ballistolöl) im Ruf, allergieauslösend zu sein. Beides ist, denke ich, bei seltener Anwendung zu vernachlässigen.

Wichtig ist, dass Du öfter mal nachguckst, wie sich die Haut unter dem Behang entwickelt. Sobald sie schuppig ist, sind Krabbeltierchen nicht weit, dann heisst es sofort zu handeln. Noch reicht dann die "kosmetische" Behandlung. Wenn das Pferd aber schon schubbert und mit dem Beinen stampft, weil es juckt, dann wirds sicher Zeit! Manches Pferd das selten, andere häufiger. Dann ist Ursachensuche gefragt. Einstreu und Haltung grundsätzlich sind in Sachen Milbenwohnheim und Hygiene zu hinterfragen, der Zustand des Immunsystems hinsichtlich der Anfälligkeit für Parasiten zu prüfen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann führt sehr viel Behang zu viel Haut bei den Gelenken in Hufnähe. Diese Falten widerum sind Brutstätte für Parasiten. Die belastete Haut wirft noch mehr Falten und gerade bei Bewegung und ungünstiger Anatomie in diesem Bereich wird es wieder wund, woraufhin die Parasiten wieder da sind.

Also: Nix abschneiden, mehr Pflegen.

Alles Liebe
Sahnemuffin